March 23rd, 2008 by Gastgeberin
Ich bin durch Schnee gelaufen. Er hat unter meine Füßen geknarrt. Das Geräusch das der Schnee macht, immer wenn er frisch gefallen ist. Ich würde das Geräusch vermissen wenn der Winter vorbei ginge ohne Schnee, ohne klirrende Kälte. Winter ist vielleicht nicht die beste Jahreszeit um zu laufen und zu reiten, also sich draußen zu bewegen, aber er ist gut für die Seele. Die Stille, die langen Nächte und die Gemütlichkeit, die nur Nächte vor dem Kamin während eines Sturmes oder Gewitter oder sogar Schneesturm mit sich bringt. Ich liege nachts wach und höre wie der Wind gegen die Scheiben drückt. Regen prasselt auf das Dach.
Doch nun wird es Frühling und Schnee fällt auf das Gras. Ich rannte durch den Schnee. Er stobte in alle Richtungen von mir weg und zu mir hin. Er fiel mir aufs erhitzte Gesicht und legte sich auf mich. Nacht, geschäftiges Treiben von Autos und Spaziergängern trotz der Dunkelheit. Eine Wolkendecke hat sich schon eine ganze Zeit zuvor über uns gelegt. Schnee ist friedlich. Er schluckt Geräusche und schließt jeden einzelnen ein. Schnee ist sanft und liebevoll. Die Sonne ist es nicht. Der Regen ist zu wild. Der Sturm zu ungestüm.
I’m a new soul!
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February 29th, 2008 by Gastgeberin
Viele Menschen können die Dauer ihrer Arbeitsschritte einschätzen. Aber einige haben diese Fähigkeit stark ausgeprägt und perfektioniert:
- Frankfurter sind lustig
- Warum??
- Weil ich eben eine Konferenzraumanfrage in Frankfurt durchgegeben habe und sich der Mensch darum kümmern wollte. Er würde mich in genau 7 1/2 Minuten zurückrufen. Ich habe ich bei DER Angabe extra drauf geachtet. Es war 10:48. Es wurde 10:55 und ich schon “ooooh - jetzt wirds aber Zeit” und bevor 10:56 wurde, rief er tatsächlich an…
- Unglaublich….
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October 3rd, 2007 by Gastgeberin
Vor ein paar Wochen kreuzten zwei Igel meine Laufstrecke. Am späten Abend und im Licht von Straßenlampen wackelten sie leise tappsend über die Straße. Mir fiel in diesm Moment auf, dass ich noch die zuvor Igel lebendig aus so geringer Entfernung gesehen hatte. Ich hätte Sie beide berühren können. So nah. Ich blieb fünf Minuten stehen und habe ihnen zugesehen, wie sie das nächstliche Gras nach LEckerbissen absuchten. Ein bezaubernder Anblick. Abgespeichert für die restlichen Jahre.
Gestern fuhr ich von der Arbeit nach Hause. Die Sonne schien und es war für einen Deutschen HErbst unverhältnismäßig warm. Die Blätter drehten sich traurig von den Bäumen, die dieKandstraße säumten, auf die Fahrbahn und streichelten meine Windschutzscheibe ehe sie weiter flogen, vom Fahrtwind hinaufgewirbelt. Dann am Straßenrand, wie schlafend, ein Igel. Nicht eingeigelt, sondern alle viere von sich gestreckt. Es glich einem Baby beim Mittagsschlaf ahne zu atmen. Unpassend in eine Welt aus Asphalt gesteckt.
Ich frage mich ob wir uns kannten…
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September 17th, 2007 by Gastgeberin
Von draußen dringen die Geräusche der Bauarbeiten ins Büro. Ansonsten liegt eine eisige Stille über den gesamten Flur. Alle Büros verschlossen und dunkel. Ihre Bewohner haben sich zu Schulungen, Besprechungen, Außenstellen oder zum Urlaub aufgemacht. Es scheint als würde der Kalender einen Brückentag anzeigen. Der Schein trügt.
Am Ende des Flurs. Ganz hinten rechts scheint noch eine kleine Lampe und ein Flachbildschirm brummt vor sich hin. Vor diesem Bildschirm in einem viel zu großen Büro sitzt einsam und verlassen die Wächterin über die Stille. Sie ist die letzte Überlebende in dem Krieg der Baustellengeräusche, Zahlen und Telefonanrufe. Die Sonne ist gerade im Beginn richtig auf zu gehen und der erste Cappuccino dampft neben der ergonomischen Tastatur, einem Beweis dessen wie sehr sich der Arbeitgeber hier bemüht den Mitarbeitern eine möglichst Gesunde Körperhaltung zu ermöglichen. Die Mitarbeiterin sitzt also völlig ergonomisch, aber mutterseelenallein in dem Flur. Mutterseelenallein? Nein! Hinter ihr- unbeachtet von der Welt hat sich Leben breit gemacht. Ein klitzekleines Leben in einer sauberen Kaffeetasse. Dort sitzt Veronika die Spinne. Veronika hat sich vor einer Woche vom Gebäude gegenüber hergemacht als das Fenster offenstand und der Wind günstig in Richtung Norden wehte. Sie hatte einen Windschirm aus ihren Faden gesponnen und ist auf der nächsten Böe hinübergeritten. Hui war das ein Spaß.
Hier hat sie sich sofort wohlgefühlt. Jeden Morgen roch es nach Kräutertee und Cappuccino. Hin und wieder wurde das leise plätschernde Radio von Billy Talent, Linking Park, Fall out Boy, Nickelback und The Cure abgelöst. Man sah dann die Mitarbeiterin lustig durch das Büro hüpfen und beschwingt einige Zahlen und Aufträge verwalten. Es war immer hell und freundlich hier. Niemand der jemand anderen böse anbrüllte oder fies lästerte. Hier wurde viel gelacht. Also dachte sich Veronika, hier mache ich es mir gemütlich. Auf dem Schränkchen neben der Senso Kaffeemaschine stand noch, wie für die klitzekleine Spinne vorbereitet eine saubere, nicht benutzte Kaffeetasse in der man prima ein kleines, nein ein klitzekleines Netz spinnen konnte. Und dort sitzt sie nun und harrt den Dingen die da kommen.
Nur heute, heute wird vermutlich nichts mehr kommen. Die Mitarbeiterin wird daher relativ pünktlich gehen…
Fern ab von den ganzen Geschehnissen gibt es noch andere Überlebende des Faul- oder Fluchtfiebers. Sie schärfen ihre Schwerter und warten auf den großen Tabellenkampf. Manchmal passiert es wenn man es nicht erwartet. Nur ein wachsamer Krieger ist diesen harten Anforderungen gewachsen. Andere haben es leichter. Sie sitzen in ihren verglasten Büros und reisen von einem Abendessen, Büfett und Kuchenessen zum anderen. Machen Notizen auf gebleichtem Papier und denken über den nächsten starken Umtrunk nach, bevor sie wieder Kekse aus der Gemeinschaftsküche beziehen.
Dieser Job verlangt allen etwas ab. Entscheidungen müssen getroffen und wieder verworfen werden. Irgendwer muss sie für Sinnlos und Albern erklären und irgendwer muss immer dagegen sein. Und wer könnte diese Opposition sein wenn nicht die fleißige Mitarbeiterin mit der Sucht nach Cappuccino, der Tabellenkrieger und die Bufettstürmerin?
Zuletzt und noch unbedingt erwähnenswert ist die Frau die über alles einen kühlen Kopf bewahrt und in fernen östlichen Landen die Opposition leitet. Sie hat ohne frage den wichtigsten Job. Sie ist die Repräsentantin einer ganzen Nation von Arbeitnehmern. Sie ist die Hoffnung der Arbeiter, die Tag für Tag in dieser Welt aus Anlagen, Rohrbrücken und klimatisierten Containern schuften um das innovativste und erstaunlichste Produkt an die bedürftige Menschheit zu übergeben. Den Superabsorber!
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July 5th, 2007 by Gastgeberin
Da bin ich nun- angekommen in meinem neuen Büro mit meinem neuen PC, meiner neuen Tastatur und unter vielen anderen Dingen auch mit meinem neuen Telefon. Mein Name steht im Kommunikationsverzeichnis und mir persönlich wurden Berechtigungen vergeben. Okay ich bin noch nicht wirklich wichtig, aber das Gefühl ist toll.
Ich habe auch erstmal ein paar Packete Cappu hierher gestellt. Auf dem neuen Jacobscappu steht etwas von “mehr Schaum” da dachte ich das wäre etwas für mich. Allerdings bin ich mir da mittlerweile nicht mehr so sicher:
Das Pulver reagiert laut knisternd bei dem Kontakt mit Wasser. Vermutlich sind ablaufende chemische Reakionen nicht ganz unbeteiligt an der Schaumbildung. Anders kann man sich die Lautstärke des Knisterns kaum erklären. Da ich ja eh in einem Chemiepark tätig bin und den interessanten Gerüchen der unterschiedlichen Produkte nahezu täglich ausgesetzt bin, denke ich zwar das ich inbezug dessen sehr abgehärtet bin- aaaber will ich trotzdem wirklich alles in mein hineinschütten? Nein, ich denke nicht.
Ich sollte ein Buch schreiben. Ich werde ihm den Titel geben: “Der Chemipark und seine Menschen.” Vermutlich muss ich das zwar erst genemigen lassen und einige Dinge werden gestrichen werden, aber alles in allem wird ein tolles Werk dabei herum kommen… Das muss man einfach erlebt haben!
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