Die Menschen, schau sie dir an. Sie sind wie Vieh. Was macht es da schon für einen Unterschied wie ihre Rasse zu Ende geht. Durch Seuchen, Kriege, Hungersnöte. Die Frage nach der Moral stellt sich doch gar nicht. Es ist das Gesetz der natürlichen Auslese der wir folgen. Wir sind die neue Rasse.
Die Vorstellung von Wiedergängern und Blutsaugern lässt sich in jeder Kultur wiederfinden. Der Tod und das was danach kommt gibt den Menschen bis zum heutigen Tag sehr viele Fragen auf. Diese Ungewißheit schafft Platz für Spekulationen und dem Wunsch den Tod überlisten zu können und wiederzukehren. Des weiteren liest und hört man immer wieder von der Macht duie die Toten besitzen sollen. In früheren Kulturen wurde der Tote aus diesem Grund des öfteren als Feind betrachtet, der dem Lebenden Schaden will:
In Vietnam war der Glaube verbreitet, dass durch Fehler in dem Beisetzungsritual oder mangelhafter Trauer der hinterbliebenen der Tote gezwungen sei wiederzukehren. Ein anderer Grund war die Geburt am falschen Ort und zu falscher Zeit. Auch das Sterben durch die falsche Todesart führt zum wiederkehren der Toten.
Die Germanen hielten Selbstmörder als harmlose Wiedergänger, diese mussten ohne Schaden anzurichten so lange umhergehen bis der eigentliche Todeszeitpunkt für sie gekommen war. Doch wurde ein Angehöriger der Familie getötet, so wurde der Blutrache eine starke Bedeutung zugemessen die bis hin zum Sippenkrieg führen kann. Denn die Familie musste Angst haben, dass der Angehörige wiederauferstehe um Rache zu nehmen.
In der Zeit des Mittelalters waren in den Gebieten von Hessen und Schlesien drei Wiedergänger bekannt. Der Nachzehrer war ein passiver Vampir, desen Angehörige sterben, weil dieser im Grab sein Leichentuch oder sich selbst verzehrt. Aber er verlässt niemals sein Grab. Anders der Aufhocker, welcher den Menschen auflauert und sich dann auf diese herabfallen lässt um sie mit seinem Gewicht zu schwächen. Der Alp, oder Würger, ziehlen schon am nächsten in die Richtung des klassischen Vampirs. Sie führen bei ihren Opfer einen Erstickungstod herbei. Diese Todesart wird genau wie das Blutsaugen mit der Kehle in Zusammenhang gebracht.
In Island war der Neuntöter sehr verbreitet, er kam neun Jahre lang aus seinem Grab zurück um sich für seinen Tod zu rächen. Dabei zog er neun andere Menschen mit in sein Grab.
Im orientalischen Kulturkreis gab es den Ghoul. Damit meinte man einen Friedhofsdämon, der sich an den Leichen von Kindern ernährt und greift keine Lebenden Menschen an. Als Dämon hat er keinen materiellen Körper, doch einem anderen Glauben zufolge handelt es sich um ein kleines, hässliches Wesen. In anderen Variationen sind die weiblichen Ghouls wunderschön und verführerisch. Sie führen ein normales Eheleben und gebären sogar Kinder. Doch Nachts schleichen sie auf den Friedhof um ihrer eigentlichen Leidenschaft nachzugehen.
Zombis, wiedererweckte Tote, existieren im Kulturkreis des Voodoos. Besonders auf der Insel Haiti werden sie aufgrund ihrer Willenlosigkeit heute als billige Sklaven eingesetzt. Nach der Einnahme eines bestimmten Nervengifts werden die Stoffwechselreaktionen deutlich reduziert, bis der Mensch nicht mehr sichtbar atmet oder andere Reaktionen zeigt. In diesen Stadium wird das Gehirn nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt und nachdem er mittels Gegengift aufgeweckt wird, ist sein Gehirn irreversibel geschädigt. Dieses Phänomen führte in diesen Gebieten zu einem Anheizen des Aberglaubens.
Die den Römern bekannte Stix, eine Zwergohreule, galt als Frau in Vogelgestalt, welche entweder die Bäuche von Kleinkindern aufriß um an deren Eingeweide zu kommen, die Kinder damit tötete, dass sie ihnen ihre giftige Brust zum Säugen reichte oder sie saugte die Männlichkeit aus den Männern (energetischer Vampir).
In Südamerika stellte man sich ein Wesen vor, dass in die heutige Vampirvorstellung einwirkte. Der Azeman war ein Wesen, dass sich nachts in eine Vampirfledermaus verwandelt und den Menschen, dessen Füße unter der Bettdecke hervorschauen, ein Stück Fleisch aus den Zehen reißt und das Blut trickt. Dieses Wesen ist immer weiblich gewesen und tagsüber als normale Frau aufgetreten.
Die Ventalas aus dem indischen Gebieten hausen in Leichen. Diese können nicht zerfallen solang sich dieser Vampir in ihnen aufhält. Erst wenn das Wesen auf Beutesuche geht verlässt es die Hülle und lässt diese im Grab zurück. Eine andere indische Vorstellung betrifft die Gandharven und Psiachas. Zwei blöutgierige Geisterarten. Die Grandharven missbrauchen Frauen im Schlaf und Psiachas saugen diese aus.
Auf Borneo kannte man Buaus. Hierbei handelt es sich um Blutsauger, welche aus den Geistern getöteter Frauen entstehen.
Lillith war ein Wesen aus der jüdischen Dämonologie, welche später auch die christliche Lehre prägte. Sie war die erste Frau Adams und wurde von Jehova geschaffen. Da sie sich nicht der männlichen Macht unterwerfen wollte wurde sie aus dem Paradis vertrieben und wurde zur Dämonin. Sie wurde zur späteren Zeit als eine Urvampirin betrachtet, da die von unglaublicher Schönheit war und ihren bösen Keim an andere Sterbliche weitergab. Sie tötete Neugeborene um ihnen das Blut und Mark auszusaugen, sie brachte Frauen in Gefahr und verführte schlafende Männer zum Geschlechtsverkehr, um diese zu schwächen.
Im Talmud ist von Herodes die Rede, der noch sieben Jahre lang mit seiner ermordeten Gattin geschlafen haben soll, diese war anscheinend noch zu sexueller Aktivität fähig. Andere Vorstellungen beschreiben, dass tote Männer noch Zeugungfähig sind und tote Frauen noch Babys gebären und Säuglinge stillen können.
Im 18. Jahrhundert, ungefähr zu dem Zeitpunkt, als der Begriff "Vampir" zum ersten Mal auftauchte, erlebte der Vampir seinen geschichtlichen Höhepunkt. Damit schloss dieses Kapitel der Geschichte nahezu nahtlos an die Hexenverfolgung an. Daraus lassen sich auch Parallelen in den Definitionen von Hexen und Vampiren erkennen. Eine weitere Verbindung entstand als man die Meinung zu vertreten begann, dass Hexen in ihrer Lebenszeit einen Pakt mit dem Teufel schließen konnten um anschließend über den Tod erhaben zu sein und als Vampir wiederzukehren.
In der Zeit der Aufklärung war es das weit verbreitete Gedankengut, dass alle Phänomene sich durch Gesetzlichkeiten der Natur oder der Wissenschaft erklären ließen. Doch selbst die Wissenschaftler waren noch nicht in der Lage alle Geheimnisse zu entschlüsseln und somit wurde die Philosophie und der Glaube wieder ins Spiel gebracht. Daraus ergab sich die Situation das auch die einfachsten Menschen eine Erklärung für manche Dinge suchten und die Untoten als einen passenden Schuldigen für so manches Schlechte präsentieren konnten. Es ist eine Zeit der Seuchen, Krankheiten und eine Zeit, in der die Menschen auf eine gute Ernte angewiesen waren. Um das Leid, dem sie ausgesetzt waren, besser ertragen zu können suchten sie sich eine Gruppe von Menschen oder Wesen, denen sie die Schuld an allem geben konnten. Dadurch wurde die Dorfgemeinschaft gegen diesen Feind stärker zusammengedrängt und sie spendeten sich Trost, Zusammenhalt und Hoffnung.
In Südosteuropa war der Vampirglaube aus zweierlei Gründen sehr stark ausgeprägt. Zum einen existiert in dem christlich- orthodoxem Weltbild ein weniger ausgeprägter Totenkult. Durch den Aberglaube konnte das Volk aber dennoch auf ein Leben im Jenseits hoffen, da nicht jeder Mensch als Vampir wiederkehrt.
Des weiteren herrschten in diesen Gebieten jahrelang Kriege und Ausbeutungen von Eroberern und Herrschern. Diese Erfahrungen wurden von dem Volk immer weiter ausgeschmückt und hielt sich bis heute. Nicht zuletzt gab sie der westlichen Welt gerade durch die Legende von Vlad Tepes, dem Pfähler immer neuen Anstoß.
Im Rückblick lässt sich der Vampirglaube besonders in medizinischer Sicht leicht erläutern:
<>Wurde ein Mensch nachts von einem Vampir heimgesucht so klagte er über Herzrasen und -schmerzen, Hitzewallungen, Zittern und Atemnot. Infizierte wiesen Symptome auf wie etwas Schlaflosigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, unstillbaren Durst durch Austrocknung und eine Abneigung gegen scharfe Gerüche wie Knoblauch. Ein weiteres Zeichen für Vampirismus wurde in den häufigen Todesfällen meist sogar innerhalb einer Familie gesehen. Doch die Symptome wie auch die Todesfälle lassen sich auf stark grassierende Seuchen zurückführen. Da die meisten Familien auf engem Raum zusammenlebten wurden diese Krankheiten über die Luft übertragen.Aufgrund mangelnder Hygiene und der Tatsache, dass Abfälle ins Grundwasser gelangten und dieses ungereinigt wieder Verwendung fand griffen viele Seuchen um sich, welche heute kaum noch auftreten. Die Pest ist hierbei wohl das berühmteste Beispiel für das Spätmittelalter. Doch deutlich werden auch Ähnlichkeiten bei dem Vergleich der Symptome der Menschen mit den Symptomen unterschiedlicher Krankheitsbilder:
Cholera wird durch Bakterien verursacht, welche sich entlang verschmutzter Flüsse sehr stark verbreitet. Die Symptome hierbei sind Erbrechen, Durchfall und auch das Austrocknen des Körpers. Ohne Behandlung führt diese Krankheit innerhalb von sechs Tagen zum Tod.
Auch Salmonellenerkrankungen, die durch verdorbene Fleisch oder Eiweißprodukte hervorgerufen wird, weist ähnliche Symptome auf. Ebenso Milzbrand (Fieber, Benommenheit, Kreislauf- und Herzrythmusstörungen, Schüttelfrost und Schocksymptome), Photophobie (Migräneanfall, Übelkeit, Sprach- und Gleichgewichtsstörungen und Empfindlichkeit gegen Lärm, Licht und Gerüche und den drang sich in ein dunkles Zimmer zurückzuziehen), Anämie (Müdigkeit, erhöhte Herzfrequenz, Kurzatmigkeit, Gelbfärbung der Haut, extreme Blässe) und Phrenesie (Wahnvorstellungen).
Letztlich wird sogar Tollwut auf die Vampirvorstellung zurückbezogen. Dabei bekommt der Betroffene Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und einen blutigen Schaum vor dem Mund. Der Betroffene hat den Drang umherzustreifen und umsich zubeißen. Des weiteren entwickelt der Patient eine Abneigung oder Panik gegen Frischluft und Wasser (wird als deutliches Vampirindiz gedeutet) und eine starke Lichtempfindlichkeit.
Ein Beweis für Vampirismus war ebenfalls das Auffinden unverwester Körper, nach der Leichenausgrabung und nachgewachsene Haare, Finger- und Fußnägel. Doch mittlerweile ist bekannt das es Phänomene wie Naturmumifizierungen und vegetatives Leben des Leichnams gibt. Die von Faulgasen aufgedunsenen Körper wurden im Gegensatz zu den abgemagerten Körpern der Lebenden gestellt und fälschlicherweise als ein Zeichen von Wohlgenährtheit gedeutet.
Der Vampir als fühlendes, erhabenes und emotionales Wesen. Das ist der Grundgedanke des heutigen Vampirismus und die Vorstellung an die sich in der heutigen Zeit mehr und mehr Verzweifelte und Suchende klammern. Unser Leben ist geprägt von Unsicherheit und Unglauben. Der Mensch muss mehr denn früher selbst entscheiden was er tut und dafür die Konsequenzen tragen. Das eigene Überleben und die Selbsterhaltung sind dadurch stark gefährdet. Die Kirchen und der Glaube sind stärker gefragt als sonst, doch sie können den Menschen nicht mehr wirklich geben was sie suchen. Sie spenden keinen Trost mehr. Um diese Lücke zu füllen suchen die Menschen ihren Trost in der eigenen Vorstellungskraft. Aberglaube und Fantasie sind die Rettungsinseln unserer Zeit. Das der Vampir einen so hohen Stellenwert erlangte hat er den Medien und der damit verbundenen Vorstellung zu verdanken.
Der Vampir ist gegenüber allen Krankheiten immun. Wunden heilen und keine Krankheit kann ihn befallen. In einer Zeit, in der Allergien zunehmen und wieder viele unterschiedliche Krankheiten den Körper bedrohen und belasten ist eine solche Gesundheit eine große Freiheit. Auch die übernatürliche Macht der Vampire wirkt in diese Freiheit mit ein. Er ist keinen Naturgesetzen oder gesellschaftlichen Zwängen unterlegen. Seine Macht kann nur von dem Tageseinbruch eingeschränkt werden. Denn Kreuze und Wasser schaden dem durch die Medien präsentierten Vampir schon lang nicht mehr. In einigen Filmen ist selbst die Sonne kein Hindernis mehr. Ein Vampir spiegelt die tiefsten Wünsche, Sehnsüchte und Leidenschaften der Menschen wieder. Der Vampir hat sich somit der veränderten Gesellschaft angepasst. Der Vampir ist kein Monster mehr, sondern er empfindet und fühlt. Er nimmt sich seine Opfer nicht mehr mit Gewalt, sondern verführt sie. Aus der Romantik, die Bram Stoker noch in seinem Werk darstellt ist bei Anne Rice die Erotik erwachsen. Der sexuelle Akt ist auch in unserer Gesellschaft bedeutungsvoller geworden. Alles lässt sich besser verkaufen mit ein wenig Erotik. In dieser Hinsicht ist die Gesellschaft offener geworden und freizügiger. Auch der allgemeine Fantasiebereich ist durchwachsen von mehr oder weniger erotischen Darstellungen.
In den letzten Jahren ist eine Vampir- Subkultur entstanden, welche immer größeren Zulauf erhält. Einige Menschen geben sich gleich der bekannten Vampirmanier. Sie tragen vorzugsweise schwarz, schminken sich bleich und lieben Darkmusik, -poetry und die Nacht. Einige gehen soweit und tragen ein Vampirgebiss bzw. lassen ihre Eckzähne vom Zahnarzt ändern. Sie geben sich vampirische Namen und trinken sogar mit dem Einverständnis des Gegenübers Blut.
Von dieser Gruppe unterscheiden sich die Menschen, die den Vampirmythos anhängen, aber ihn nicht so offensichtlich vorführen. Sie leben ihre Leidenschaft bei Fasching oder in Rollenspielen aus. Ihre Vorlieben decken sich wenigstens teilweise mit der ersten Gruppe. In der Hinsicht das die dunkle Farben bevorzugen und sich in der Nacht verlieren. Doch auf der Straße würden sie nicht auffallen.
In New York entstand das Vampir Research Center. Dort setzen sich mehr oder weniger ernstzunehmende Forscher mit der Mythologie des Vampirkultes auseinander. Der Leiter, Dr. Stephen Kaplan, ist von der Existenz der Vampire überzeugt und ist der Meinung, das der echte Vampir durch die Inhaltsstoffe des Blutes überlebt, da er es vollständig zersetzen kann. Somit können sie 200 Jahre alt werden und des weiteren ist er sich sicher, dass es 1.000 Vampire weltweit gibt.
Ebenfalls in der USA ist eine Gruppe entstanden, welche sich "Blutkult" nennt. Anhänger dieser Gruppierung führen Rituale und sexuelle Praktiken mit Blut durch. Das Vorgehen ist nur strafbar, wenn das Opfer nicht einwilligt. Dann tauchen die Täter als pathologische Vampire in der Kriminalistik auf.