Ich bin die die-ich-bin

Hier ist sie wieder, die Seite einer Unbekannten im Gleichungssystem der Erde. Niemanden von dem man mal gehört haben muss. Es könnte sich ändern, könnte! Nun sitz ich hier aber, unbekannt wie ich bin und soll mich vorstellen- was ja den Sinn einer "Privaten Webseite" ausmacht.

Dabei ist es genau betrachtet nur lächerlich: Wieviel Mühe und Arbeit man als Webmaster in eine Seite steckt, insbesondere in die Seite die dazu dient sich vorzustellen, in anbetracht der wenigen Zeit die ein Visitor hier verbringt. Abgesehen davon das die meisten sich nicht mal die Mühe machen zu lesen. Und dennoch stellen wir uns vor... der Leere vor.

Arroganz, steckt auch dahinter. Sich die Wichtigkeit, Relevanz zuzuordnen eine Seite für die eigene eher kranke Selbstdarstellung zu opfern. Platz zu vergeuden um die moderne Menschheit mit unspektakolären Einzelheiten zu langweilen. Interessant sind nur Opfer, Schmerzen und ein verzerrtes Selbst-ICh das dem Vistitor das Gefühl gibt ein gutes Leben zu führen... was mach ich mit meinem Platz???

Part 1: Die Prinzessin der Baumwipfeln

Ich stecke knietief im Lehm und vergrabe meine Zehen im kühlen Schlamm. Ich lehne mich an Baumstämmen und fühle den Wald atmen. Ich ignoriere befremdliche Blicke wenn ich zwischen Sternen tanze und mit dem Wind verwehe. Ich kletter auf die stärksten Bäume um von den Ästen hinunter zu spucken. Zähle Regentropfen und klopfe an den Fensterscheiben zurück. Mein Blick verfolgt die Vögel und Käfer und rennt mit den Eichhörnchen die Stämme hinauf. Ich bin ein verflossener Wassermann im tiefsten Waldsee zuhause und bin kaum von einem Meter des Waldbodens gelangweilt.

Part 2: Willenloser Wille

Wut von verlorenen Tagen und den Traum von der Spitze der Leiter gehe ich als chinesische Ratte über die Leichen meiner Feinde. Mein ist der zielstrebige Wille und Ehrgeizigkeit. Ich suche meinen Pfad mir selber und begehe ihn unabhängig von den Klippen die ich überspringen muss um den Berg zu erklimmen. Kampf und Härte, Konzentration auf die selbstgesteckten Ziele. Ich will will will und werde fliegen. Wir reden nicht von der Menschlichkeit sondern von dem Ton in dem die Gesellschaft singt.

Ein Portait

Part 3: Romantikerin der kleinen Dinge

Ich verliebe mich, wenn man mich lässt, jeden Tag neu in die kleinsten Dinge. Ich sehe und drehe und fasziniere mich von Ihnen und tauche mit ihnen ein in ihre Welt. Sehe die Sonne aus ihrer Perspektive und spiegel das Mondlicht mit einer Kerzenflamme. Ich entzücke mich an ein beschriebenes Blatt Papier, an ein leeres. An gebundene Bücher mit Stiften aus Holz, oder Metall oder Kunststoff. Produktion und Ergebniss wie alltägliche Weltwunder. Staunen und im Wissen explodieren. Neugierde stirbt nicht an Erfahrung nur an der Armut des Verliebens. ICh will Neues spüren und erleben, anpacken, be-greifen und berühren. An mich binden und loslassen. Sehen wie es fällt oder fliegt und wie es über die Straßen rennt.

Part 4: Ruhige unbeherrschbare Geduld

Ich brauche Ruhe und igel mich an vollen Tagen verlassen in mich ein. Ich beobachte die Welt und agiere dann wenn ich den Vorgang verstehe und weiß was ich zu tun habe. Spontanität mit kontrollierter Kraft und beherrschten Ausgang. Ich weiß wo ich bin, ich weiß wo ich war, ich weiß wo ich hinwill. Es ist schwer, meine Selbstbeherrschung zu durchbrechen. Nur am Rande meines Gleichgewicht schwinge ich aus und erschlage was diese Ruhe zerspringen ließ.